K.I. und sozialer Dialog in Europa






Die K.I.-Welle rollt und alle europäischen Gewerkschaften müssen sich der Herausforderung neuer Bedingungen in der Arbeitswelt stellen. Die drängenden Fragen lauten zum Beispiel, wie der zunehmende Einsatz von künstlicher Intelligenz in Unternehmen reguliert werden soll? Wie werden die damit verbundenen Chancen und Risiken am Arbeitsplatz wahrgenommen? Was kann man tun, um die Rechte der Arbeitnehmenden im Kontext vom algorithmischen Management zu verteidigen? Welche Wege gibt es, um diese wichtigen Themen in Tarifverhandlungen einfließen zu lassen?
In Zusammenarbeit mit dem FES-Kompetenzzentrum „Zukunft der Arbeit“ in Brüssel, organisierte die FES Paris am 6. Dezember 2024 ein Seminar zum Thema „Sozialer Dialog und künstliche Intelligenz in Europa“. Expert_innen sowie Gewerkschafter_innen der französischen Gewerkschaften CFDT, CGT, FO, CFE-CGC, UNSA, die sich mit KI und Digitalisierung in der Arbeitswelt beschäftigen, berichteten, dass der Einsatz von KI durch die Arbeitgeber_innen schon heute wesentliche Fragen aufwirft. Diese betreffen Datenschutz, die Gewinnverteilung oder die grundlegende oder graduelle Veränderung der Arbeitsbedingungen. In zahlreichen Branchen gibt es bereits Leistungskontrolle, automatisierte Entscheidungsprozesse und algorithmisches Management, womit Menschenrechte systematisch verletzt werden können. Ohne dass es jeweils ausreichende Transparenzregeln dazu gibt.
Das FES-Kompetenzzentrum „Zukunft der Arbeit“ und die Gewerkschaft UNI Europa hatten sich zuvor auf die Suche nach Beispielen und Best practice Beispielen begeben, wie der Einsatz Künstlicher Intelligenz durch neue Tarifverträge in europäischen Dienstleistungssektoren behandelt wird. Das daraus resultierende Projekt basiert auf zwei Studien. Zunächst wurden die in den europäischen Dienstleistungssektoren häufig verwendete KI-Systeme identifiziert und dann die Tarifabschlüsse analysiert, in denen die Nutzung von KI-gestützten Instrumenten durch Arbeitgeber_innen thematisiert werden. Die Forscherin Marta Kahancová, Mitbegründerin und Direktorin des Central European Labour Institute (CELSI), die die Auswertungen vornahm, konnte Klauseln aus zahlreichen Tarifverträgen identifizieren und durch die Auswertung in einem allgemein zugänglich gemachten Dashboard kategorisieren.
Hieraus konnten drei Kernthesen abgeleitet werden:
Obwohl der Einsatz von Technologie am Arbeitsplatz zunimmt, besteht bei Tarifforderungen und -verhandlungen erheblicher Nachholbedarf. Doch Gewerkschaften erwarten, dass Tarifverhandlungen über KI an Bedeutung gewinnen werden.
Dabei legen die Gewerkschaften den Schwerpunkt auf Verhandlungen über den Datenschutz der Arbeitnehmenden, die Bewertung von KI-Tools sowie das Recht auf Information und Konsultation. Ein kaum diskutiertes, für die Gewerkschaften dennoch zentrales Verhandlungsthema ist die Möglichkeit, automatisierte Entscheidungsfindungen anzufechten.
Gewerkschafter_innen können sich von der branchen- und länderübergreifenden Zusammenarbeit inspirieren lassen, um Mustervereinbarungen zu finden, die sie an ihre spezifischen Bedürfnisse anpassen können. Was die europäische Gesetzgebung anbelangt, ist die gemeinsame Forderung nach einer Richtlinie zur Regulierung des Einsatzes von KI am Arbeitsplatz von zentraler Bedeutung.
Program
10h30 Welcome
Adrienne Woltersdorf, Resident Representative, FES Paris
10h35 Presentation of the Findings of the FES/UNI Europa Research Project
Oliver Philipp, Policy Officer at FES Future of Work
Marta Kahancová, Co-Founder and Managing Director of Central European Labor Studies Institute (CELSI) and Associate Professor in Public Policy at Comenius University, Bratislava
11h Comments from Union Perspective
Luc Mathieu, National Secretary for Economic and Digital Policies, French Confederation CFDT
Nayla Glaise, President of Eurocadres, Executive Committee Member of French Federation Ugict-CGT
Eric Pérès, General Secretary of French Federation FO-Cadres
Nicolas Blanc, National Secretary for Digital Transition, French Confederation CFE-CGC
Guillaume Trichard, Deputy General Secretary of French Confederation UNSA
11h30 Discussion with the Participants
Chair: Benjamin Schreiber, Policy Officer, FES Paris
12h25 Conclusion
Oliver Philipp, Policy Officer at FES Future of Work
Adrienne Woltersdorf, Resident Representative, FES Paris
The event was translated simultaneously into English and French
Friedrich-Ebert-Stiftung
Bureau de Paris
41 bis, bd. de la Tour-Maubourg
75007 Paris
France