Online-Plattformen, Plattformarbeit & Plattformbeschäftigte in Frankreich, Griechenland, Italien und Deutschland
Die Plattformökonomie ist in Frankreich, Griechenland, Italien und Deutschland im letzten Jahrzehnt rasant gewachsen. Im Falle von Frankreich und Griechenland wurden neue Rechtsvorschriften im Zusammenhang mit der Plattformarbeit verabschiedet. In Frankreich müssen Plattformunternehmen den Steuerbehörden Informationen über Plattformbetreiber und Nutzer_innen vorlegen. In Griechenland ist im Jahr 2021 ein neues Arbeitsgesetz in Kraft getreten, das einen Schutzrahmen für Plattformbeschäftigte sowie eine Definition für digitale Plattformen enthält. Allerdings besteht noch Verbesserungsbedarf.
In Italien wurde 2019 ein Gesetz zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Kurierfahrer_innen verabschiedet, dass mehr Garantien und eine Angleichung ihres Beschäftigungsstatus vorsieht. Darüber hinaus haben mehrere Plattformen im Lieferdienstsektor eine freiwillige Vereinbarung unterzeichnet, der zufolge alle Beschäftigte unabhängig von ihrem Beschäftigungsstatus vor Diskriminierung geschützt werden, sowie umfangreiche Gewerkschaftsrechte genießen und den Mindestlohn des jeweiligen Sektors erhalten.
Trotz mehrerer Basisinitiativen, die sich mit den Rechten von Plattformbeschäftigten befassen, konzentrieren sich in Deutschland die öffentlichen Debatten fast ausschließlich auf den Datenschutz am Arbeitsplatz. Neben den Anforderungen der DSGVO fordern verschiedene Parteien und Gewerkschaften ein Datenschutzgesetz für Arbeitnehmende.
Allerdings arbeiten viele Plattformbeschäftigte weiterhin unter prekären Bedingungen. Auf europäischer Ebene wird derzeit über eine neue Richtlinie zur Plattformarbeit verhandelt, die in den kommenden Jahren in nationales Recht umgesetzt werden soll. Diese FES-Veranstaltung von FES Future of Work, FES Frankreich, FES Griechenland und FES Italien zielt darauf ab, das Thema Plattformarbeit, Online-Plattformen und Plattformbeschäftigte in Frankreich, Griechenland, Italien und Deutschland zu diskutieren.
Programm
Begrüßung
15H00 Oliver Philipp, FES Future of Work
Teil I: Was sind die Hauptmerkmale von Plattformarbeit? Was ist der Status quo?
15H05 Diskussion mit Länderexpert_innen:
Frankreich: Odile Chagny, IRES
Griechenland: Emmanuel Matsaganis, Polytechnische Universität Mailand
Italien: Ivana Pais, Università Cattolica del Sacro Cuore
Deutschland: Valentin Niebler, FU Berlin
Teil II: Was sind die größten Herausforderungen und wie können sie angegangen werden? Welche Rolle spielen Gewerkschaften beim Schutz der Rechte von Plattformbeschäftigten?
16H00 Diskussion mit Politik und Gewerkschaften:
Frankreich: Olivier Jacquin, Senator Sozialistische Partei (PS)
Griechenland: Giorgos Christopoulos, Verband Griechischer Privatlehrer_innen (OIELE) & Zentrum für die Entwicklung der Bildungspolitik (KANEP-GSEE)
Italien: Nicola Marongiu, Griechische Institut für Arbeit Allgemeiner Italienischer Gewerkschaftsbund (CGIL)
Deutschland: Roman Kormann, Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)
17H00 Ende der Veranstaltung
Moderator: Jean-Paul Judson, Gründer von NEWMORE
Die Veranstaltung wurde simultan ins Deutsche, Englische, Französische, Griechische und Italienische übersetzt.
Friedrich-Ebert-Stiftung
Bureau de Paris
41 bis, bd. de la Tour-Maubourg
75007 Paris
France