vendredi, 12.12.2025 - Paris

Die progressive Agenda voranbringen: Digitalisierung und Gendergerechtigkeit in der Arbeitswelt

Strategischer Workshop in Kooperation mit dem Brüsseler Büro Future of Work

Wie lässt sich der blinde Fleck der Digitalisierung bei Genderungleichheiten in der Arbeitswelt überwinden und politisch wirksam machen? Mit dieser Leitfrage organisierte die Friedrich-Ebert-Stiftung am 12. Dezember in Paris einen strategischen Workshop in Kooperation mit dem Brüsseler Büro Future of Work. Französische und europäische Teilnehmer_innen aus Politik, Gewerkschaften, feministischen Netzwerken, Zivilgesellschaft und Wissenschaft kamen zusammen.

 

Ein gemeinsamer Befund stand im Zentrum: Ohne Gendergerechtigkeit gibt es keine Demokratie, keine Emanzipation, keine soziale Gerechtigkeit. Obwohl Automatisierung und Künstliche Intelligenz zentrale Bestandteile wirtschafts- und industriepolitischer Strategien sind, werden ihre Auswirkungen auf Arbeitnehmerinnen weiterhin unzureichend analysiert und kaum systematisch berücksichtigt. Dieser blinde Fleck begünstigt politische Untätigkeit und gefährdet Fortschritte bei der Gleichstellung.

Die Diskussion machte deutlich: Genderungleichheiten im digitalen Wandel sind nicht naturgegeben. Sie entstehen durch politische, institutionelle und kulturbedingte Machtverhältnisse. Eine intersektionale Perspektive erwies sich als unverzichtbar. Gender steht in Wechselwirkung mit Alter, Migrationsgeschichte, sozialer Lage, Vertragsform und Branchenzugehörigkeit. Besonders betroffen sind feminisierte Sektoren wie Gesundheit, Bildung, Care und Dienstleistungen. Diese Befunde verlangen eine Neuausrichtung von Gleichstellungs- und Arbeitsmarktpolitik.

Breiter Konsens bestand darin, ein progressives Gegen-Narrativ zur technologischen Leistungslogik zu entwickeln – orientiert an den konkreten Arbeitsrealitäten von Frauen. Zentrale Handlungsfelder sind die Stärkung der Tarifpolitik, die Einführung verbindlicher Gleichstellungsaudits, ein verbindliches gendergerechtes Recht auf Weiterbildung und die Ausweitung von Beteiligungsrechten.

Die Teilnehmer_innen bekräftigten ihren Willen, die Zusammenarbeit fortzusetzen und eine progressive Allianz in Frankreich und Europa aufzubauen. Die Entwicklung eines praxisnahen Toolkits zur Übersetzung dieser Prioritäten in konkrete politische Handlungsschritte gilt als nächster Schritt.

Friedrich-Ebert-Stiftung
Bureau de Paris

41 bis, bd. de la Tour-Maubourg
75007 Paris
France

+33 (0) 1 45 55 09 96
info.france(at)fes.de

Stages et bourses